Wie kann man eine Hure vergewaltigen?

Griechenland vs. USA -Papandreou und das Stockholmsyndrom

Wie kann man eine Hure vergewaltigen?

Gab der CIA- Chef Jack Maury in Athen dem amerikanischen Botschaftler in Athen als Antwort, nachdem dieser protestierte und den amerikanischen Putsch in Griechenland als eine Vergewaltigung der Demokratie bezeichnete. Auch andere Stimmen wurden laut die mit
dem Vorgehen der CIA 1967 in Griechenland nicht einverstanden waren, unter ihnen auch der amerikanische Senator Lee Metcalf der die US- amerikanische Administration von Präsident Johnson scharf kritisiere. Er bezeichnte die griechische Junta als ein Millitärregime, bestehend aus Kolaborateuren und Nazi- Symphatisanten die tatkräftig durch amerikanische Hilfen unterstützt wurden.

Lynon Johnson wollte in der Anlaufzeit der Junta dem damaligen griechischen Botschafter Alexander Matsas klarmachen, das das Zypernproblem nur durch eine Teilung gelöst werden könnte.  Als Matsas das ablehnte kam es zu einem Eklat. Johnson brülle den Botschafter an und sagte: „Vergessen sie ihr Parlament und ihre Verfassung, Amerika ist ein Elefant, Zypern ist eine Fliege, Griechenland ist eine Fliege. Wenn die beiden Fliegen weiterhin den Elefanten jucken, dann könnten beide durch den Rüssel des Elefanten zerquetscht werden, entgültig zerquetscht […] Wir zahlen den Griechen eine ganze Menge guter Dollars, Herr Botschafter. Wenn ihr Premierminister mir etwas über Demokratie erzählen will, über das Parlament und die Verfassung, dann könnte es sein, dass er, sein Parlament und seine Verfassung nicht lange überleben.

Alles klagen zum Trotz festigte die Junta ihre Macht, die Hure wurde vergewaltigt und bis heute haben die vergewaltiger nicht genug. Durch willkürliche Festnahmen und Folterungen, so wie es sie in Westeuropa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr gegeben hatte. Die meisten Personen, die in den ersten fünf Stunden nach dem Putsch festgenommen wurden, wurden später in Polizei- und Armeezellen verlegt. Kommunisten, Sozialisten, Künstler, Akademiker, Journalisten, Studenten, politisch aktive Frauen, Priester, einschließlich ihrer Familien und Freunde, wurden gefoltert.

Oberst Yannis Ladas, Direktor der griechischen Militärpolizei, zeigte sich ein Jahr später in einem Interview stolz auf die Präzision und die Geschwindigkeit, mit welcher der NATO- Plan umgesetzt wurde: „Innerhalb von 20 Minuten konnten alle Politiker,
alle Männer und Anarchisten, die auf der Liste standen zusammengetrieben werden […] es war ein sehr einfacher, ein teuflischer Plan“.

Einer dieser Politiker, der auf der teuflischen schwarzen Liste stand, war der Vater des heutigen Ministerpräsidenten, Andreas Papandreu der damals noch Staatminister war und zu einem der bekanntesten und heftigsten Kritiker der US- Politik wurde. In einem
Stil der an Fidel Castro erinnerte, wagte er es in seinen flammenden Reden die USA wegen ihr Einmischen in Griechenland zu atackieren. Opfer seiner Brandreden wurden auch des öffteren die NATO, der damalige König, die konservative Partei und das griechische Establishment. Das Pentagon und die CIA waren schockiert, als sie sahen, das Andreas Papandreou ihre Macht in Griechenland herrausforderte.

Es kam zum Putsch und wie gesagt standen die Papandreus ganz oben auf der schwarzen Liste der Putschisten und des CIA. Murtagh berichtete dazu, das „es schwierig sei, das Ausmaß zu untertreiben, mit dem Andreas Papandreou von den Rechten und der CIA gehasst wurde. Acht Männer brachen in der besagten Nacht in sein Haus ein, sieben mit aufgesetzten Bajonetten, einer mit einem Maschinengewehr. Danach folgte ein Tumult, und Andreas entkam auf das Dach, doch ein Soldat fand seinen 14- jährigen Sohn, hielt die Pistole an den Kopf des Jungen und zwang ihn aufzugeben. Dieser Junge dem dieser Sodalt die Pistole an den Kopf  hielt war der heutige Ministerpräsident Georgios Papandreou. Er kam wie 10.000 anderer Griechen in eine Aufnahmelager.

Das erste an was ich gedacht habe, nachdem ich das Kapitel „Der geheime Krieg in Griechenland“ von dem großartigen Historiker Daniele Gansers in seinem Buch „NATO- Geheimarmeen in Europa“ gestern Abend erneut gelesen habe, war das Stockholm Syndrom. Laut
Wiki versteht man darunter ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies  kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.

Quelle:

Dr. Daniele Ganser, NATO- Geheimarmeen in Europa

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2 Antworten to “Wie kann man eine Hure vergewaltigen?”

  1. […] Militärputsch für optimales Renditeklima sorgt – in Argentinien, in Chile … oder auch in Griechenland, ein Land, das aktuell wieder für Schlagzeilen […]

  2. Habe diesen Blog über einen Link gefunden. Danke für die Hintergrundinfos zu Griechenland. Daß der Papandreou eine derart heftige Kindheit hatte, wußte ich nicht, aber es gibt zu denken.

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